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»Ostthüringer Zeitung« 16. November 2006

Eine »saubere Lösung« gefunden

UGN Umwelttechnik GmbH bewirbt sich mit neu entwickeltem Granulat für Innovationspreis - von Sigrund Broschardt

 

UGN-Geschäftsführer Herbert Zölsmann präsentiert das neu entwickelte Granulat. "Wir denken, dass es möglich ist, Biogas durch den hohen Reinigungsgrad auf Erdgasqualität zu bringen"

 

Gera. Was auf den ersten Blick ein wenig an Hundetrockenfutter erinnert, ist alles andere als das, und das Granulat hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich: Es ermöglicht eine chemische und zugleich biologische Reinigung von Abluft und Biogas, wie sie bislang technisch nicht möglich war.

Mit dieser Erfindung bewirbt sich die UGN Umwelttechnik GmbH Gera und den diesjährigen Innovationspreis Thüringen Ost. Gemeinsam entwickelt wurde sie mit dem Verfahrenstechnischen Institut Saalfeld. Und eine Goldmedaille auf der IENA 2006, der Internationalen Erfindermesse in Nürnberg, gab’s schon dafür.

„Selbstregulierende Filtermaterialien zur Reinigung von Gasen und Abluftströmen – Verfahren zur luftreinen Entschwefelung und Reinigung von Biogas“ – was man sich darunter vorstellen muss, erläutert UGN-Geschäftsführer und einer der Pateninhaber Herbert Zölsmann: Schon vor Jahren hatte die Firma ein Granulat entwickelt, mit dem Geruchs- und Schadstoffe biologisch abgebaut werden können. Es basiert auf reiner langfasriger Zellulose, beispielsweise aus Altpapier. Eine hundertprozentige Reinigung indes erreichte man allein auf biologischen Weg nicht.

Die Innovation ist deshalb das so genannte derivatisierte Zellulosegranulat. Dazu, so Zölsmann, wurde die herkömmlichen Zellulosepellets mit Zusatzstoffen versehen, die eine Kombination zwischen chemischer und biologischer Reinigung ermöglichen. Bestimmt Störkomponenten können so zu hundert Prozent aus Gasen heraus gefiltert werden – durch ein selbstreinigendes Granulat, so genanntes Oxigranulat. Herbert Zölsmann beschreibt das für den Laien so: Wenn das Gas in der Anlage durch das Granulat strömt, werden vorhandene Schadstoffe auf dem derivatisierten Material abgelagert und anschließend den Mikroorganismen, die auf der Zellulose angesiedelt sind, zum Abbau zugeführt. Zum Einsatz kommt der neu entwickelte Stoff bei der Abluftreinigung in Abwasseranlagen. Unbehandelt würde die schwefelwasserstoffbelastete Abluft nicht nur üble Gerüche verbreiten, sondern könne auch zu gesundheitlichen Schäden führen, erläutert Zölsmann.

Bislang erfolge die Reinigung in größeren Anlagen hauptsächlich auf chemischem Weg. Das erziele nicht die optimale Wirkung und sein zudem weitaus teurer als das neue Verfahren.
Eine zweite und sehr effiziente Einsatzmöglichkeit des Granulats sieht man bei der Reinigung von Biogas. Durch das Vergären nachwachsender Rohstoffe entsteht hier ebenso Schwefelwasserstoff, der zur Schädigung nachfolgender Anlagen wie beispielsweise von Blockheizkraftwerken führen könne und auch den Brennwert des Gases mindere, so Herbert Zölsmann. Die in das Zellulosegranulat eingearbeiteten Eisenbestandteile würden eine kurzzeitige Zwischenlagerung des Schwefelwasser-stoffs bewirken, bevor er mikrobiologisch abgebaut wird. Der UGN- Geschäftsführer geht sogar davon aus, dass man gerade bei kleineren Anlagen in der Lage sein wird, mit dem hohen Reinigungsgrad des Biogases Erdgasqualität zu erreichen.

Und gerade vor dem Hintergrund vieler kritischer Meinungen zu Biogasanlagen und der befürchteten Geruchsbelästigung verweist Zölsmann auf eine weitere Neuerung: Mit dem gleichen Granulat können durch weitere Zusatzstoffe auch andere Störkomponenten aus dem Gas entfernt werden. Ammoniak oder Naphtalin beispielsweise.
Für das neue Granulat und damit eine praktikable Lösung gebe es deutschlandweit Abnehmer unter Biogasanlagenbauern und Betreibern von Pumpwerken, weiß Herbert Zölsmann.

   


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