• Deutsch
  • English
Produkte und Dienstleistungen zur Abluft- und Biogasreinigung
Telefon (0365) 8305898 | Fax (0365) 7106931 | info@ugn-umwelttechnik.de

»Neues Gera« im Februar 2009

In Oliven steckt mehr als delikates Öl

UGN Umwelttechnik ist bei neuem EU-Forschungsprojekt engagiert

Herbert Zölsmann (l.) und Christian Richter übernahmen in Spanien die Beteiligung an einem EU-Projekt zur Verarbeitung von Rückständen bei der Olivenverarbeitung.

 

Wer die „Spürnasen“ von der UGN Umwelttechnik GmbH eher noch unter dem Motto „Gute Stimmung statt schlechter Luft“ und durch ihre patentierten Innovationen in Sachen Biofilter zur Abluftreinigung kennt, der mag sich nun wundern über deren Interesse an Oliven.

Genau genommen ist es auch weniger deren delikates Öl, das die Männer aus dem Industrie- und Gewerbepark Keplerstraße reizt.

Massenhaft Rückstände fallen bei der Früchteverarbeitung an. Man spricht von 1,75 Millionen Tonnen pro Jahr; redet von 714 Millionen Olivenbäumen in Europa auf 8,5 Millionen Hektar, die vorallem von Familienunternehmen bewirtschaftet werden.

Man - das sind Experten bzw. Partner aus fünf Nationen wie Griechenland, Spanien und Italien bzw. Frankreich und Deutschland, die über die nächsten drei Jahre in einem EU-Projekt erkunden wollen, was da noch zu gewinnen ist. Die Chemische Industrie könnte aus dem öligen Abwasser extrahierte Polyphenole als Grundlagenchemikalien einsetzen.

Den „Kuchen“ aus der Pressung fraß bisher eher ein Ofen, als dass man wirklich über Gewinnung von (Elektro-)Energie nachdachte. Biogaserzeugung wäre möglicherweise ein Weg. Damit schließe sich der Ring, meinen die Techniker Herbert Zölsmann und Christian Richter. Denn die Beseitigung von übel riechenden Schwefelfrachten im Biogas, die Lösung von Problemen zur Geruchsemission ist ja eben wieder ganz UGN-Sache.

Daran erinnerte man sich z. B. in der Fraunhofer-Gesellschaft bzw. im IGB Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik Stuttgart. Die deutschen Forschungspartner erhielten ein größeres Arbeitspaket zum Projekt, das vom CARTIF in Spanien koordiniert wird, im Interesse der nationalen Vereinigungen von Olivenölproduzenten Griechenlands, Italiens und Spaniens liegt und zur Lösung auch einige mittelständische Unternehmen einbindet. Doktor Bryniok hatte mit dem Geraer Unternehmen u.a. an Problemen zur Abluftreinigung in Betrieben der Textilindustrie Sachsens gearbeitet, die für ihre hochwertigen Sitzbezugsstoffe die Folgen aus Flamm-Kaschier-Prozessen in den Griff bekommen müssen.

Prinzip: Besser biologisch entsorgen, statt Plasma-Verbrennung mit hohem energetischem Aufwand. Mit begleitenden Untersuchungen zur kontinuierlichen Vergärung von Speiseresten und Energiegewinnung hatten die Geraer dem Wünschendorfer Entsorger Berndt Bio-Energy geholfen. Drei Biogasreinigungsanlagen unterschiedlichen Typs gingen 2008 als Neuentwicklungen zu ihren Kunden und ermöglichten z.B. bei der Fa. Deutz durch Entzug von Schwefelwasserstoff den wirksameren und so Gewinn bringenden Einsatz von Katalysatoren.

Im spanischen Valladolid wurde das neue EU-Projekt ins Rollen gebracht. Die Ergebnisse sollen den Oliven-Erzeugern in der aktuellen Vermarktungskrise helfen. UGN verspricht sich neben Erkenntnisgewinn aus angewandter Forschung in den technischen Lösungen auch mehr internationale Kontakte. Vierteljährliche Meetings jeweils bei anderen Partnern wurden vereinbart. Die Geraer kommen an ihre Fragen nach ersten Laborversuchen der Forscher und wären dann an der Vergabe freier Lizenzen beteiligt. Man kann schon ’mal anschaulich Zahlen spielen: Pro Tonne Oliven rechnet man mit 200 kg Öl, 500 bis 800 kg Olivenkuchen sowie 0,6 bis 1,6 Kubikmeter an Abfallwasser. Pro Liter ergibt das x kWh Energie. x = ?

Thomas Triemner, freier Journalist & Moderator, Gera

  


ZURÜCK zur Übersichtsseite