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»Ostthüringer Zeitung« 21. Oktober 2011

Wenn Sparen teuer wird

In Gera hat sich ein Verein gegründet, der Planern und Betreibern von Biogas- und Kläranlagen helfen will, Gerüche und Korrosionsschäden zu minimieren. Gestern Fachtagung im Gewerbepark Keplerstraße.

  Gera-Lusan. Wasser ist wertvoll. Aber ein zu sparsamer Umgang mit dem kostbaren Gut kann den Menschen teuer zu stehen kommen. Das zumindest sagen jene Planer und Kläranlagen-Betreiber, Fachleute aus Wirtschaft und Verwaltung, die gestern zu einer Tagung im Technologie- und Gründerzentrum im Gewerbepark Keplerstraße zusammengekommen waren.
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"Der Bevölkerungsrückgang wirkt sich auch aufs Abwasser aus."

Dieter Weismann, Geco e.V.
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Eingeladen hatte der "Verein zur Förderung des Schutzes vor Geruchslasten und korrosiv verursachten Vermögensschäden, für nachhaltige Entlastung der Umwelt und Schonung von Ressourcen", kurz Geco. Der Verein wurde im April diesen Jahres in Gera gegründet, zählt aktuell 20 Mitglieder und will Fachleute zusammenbringen.

Ihr Ziel: weniger Gestank und weniger Korrosionsschäden bei Biogas- und Abwasseranlagen. Denn dafür sei zum Beispiel genügend Wasser in der Kanalisation nötig. Wenn zu wenig Wasser im Kanal plätschert, steht die Brühe und schwappt so langsam zum Klärwerk, dass Fäulungsprozesse in Gang kommen. "Und die können teuer werden", sagt Dieter Weismann, Ingenieur, Inhaber einer PR-Agentur in Chemnitz und Geschäftsführer des Geco-Vereins.

Nachträgliches Spülen mit Wasser, Belüften oder der Einsatz von Geruchsblockern helfen gegen den Gestank, kosten aber zusätzlich Geld. Und der Schwefelwasserstoff, der beim Faulen entsteht, riecht nicht nur in kleinen Mengen schon beißend nach faulen Eiern. Umgewandelt zu Schwefelsäure verursacht sie auch Korrosionsschäden in den Anlagen. Also sinkt die Lebensdauer der Leitungen und es muss durch Reparaturen noch einmal Geld in die Hand genommen werden, rechnet der Verein vor. Der zurückgegangene Wasserverbrauch ist ein Problem, der Bevölkerungsrückgang verschärft die Lage, heißt es bei Geco.

Ein weiteres Problem sieht Jürgen Kroll von der Ostthüringer Wasser und Abwasser GmbH (Otwa) im komplexen und langwierigen Bau der Abwasseranlagen. Man erschließe das Gesamtnetz in Teilschritten, könne die komplette Anlage noch nicht in Gänze nutzen, sagte der Otwa-Abteilungsleiter. Im Geraer Klärwerk, das für 200 000 so genannte Einwohnerwerte ausgelegt ist, liege die Auslastung bei etwa 80 Prozent. Doch weil noch nicht alle Randbereiche erschlossen sind, ist zu wenig Bewegung im Kanal und manchmal braucht das Abwasser acht Tage, bis es endlich im Klärwerk eintrifft. Da sind die Faulprozesse schon im Gange und die empfindliche Mikrobiologie kann aus dem Gleichgewicht kommen.

Wie will der gemeinnützige Verein also Abhilfe schaffen? Auch Geco hat darauf kein Patentrezept. Aber man möchte zumindest die Experten zusammenbringen, auf dass sie sich austauschen und voneinander lernen. Dazu sind zwei Fachkreise gegründet worden und der Verein wird auf dem 4. Forum Umweltwirtschaft der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen am 26. Januar 2012 in Erfurt teilnehmen.

Von Katja Schmidtke

 


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